Pünktlich zur Gamescom in Köln sind in den Deutschen Medien wieder verstärkt Artikel zu finden1, in denen von einer „Debatte über Sexismus“ die Rede ist, die angeblich in der Computerspielbranche unter dem Twitter Hashtag #GamerGate „tobt“.

Wie diese Debatte abläuft, und welche Argumente welche Seite hat, wird dort nicht erwähnt. Dafür lesen Sie es jetzt hier:

Die Sexismus Debatte

Außenstehende „Feministische Akademiker“:2 Eure Spiele sind sexistisch.

Gamer: Nein. Wie kommt ihr darauf?

„Journalisten“: Gamer sind tot3, hört nicht auf sie! Meine Indie-Game-Entwicklerfreunde, Bettgefährten und Mitbewohner sind die Besten4.[Schnell noch ein Argument einsetzen:] Computerspieler sind immer noch weiße Männer5.

Gamer: Wovon redet ihr? Andere Frage: Sollte ich dieses Spiel kaufen? Bekomme ich da genug für mein Geld oder sind zu viele Fehler drin, oder muss man die Hälfte als Download nachkaufen?6

„Journalisten“: Weißer Hetero-Mann ist die niedrigste Schwierigkeitsstufe, die es gibt7. #GamerGate schiebt nur vor, dass es ihnen um Ethik im Journalismus geht. Wir wissen das. Wir sind Journalisten und nicht unethisch. Hört uns zu und glaubt es!8 Schreibt es auch auf Wikipedia und verlinkt auf unsere total unbefangenen Artikel9. Frauen bekommen bei Twitter Morddrohungen. Warum seid ihr so sexistisch? Gamer haben Angst, dass man ihr Hobby ändert, dumme Gamer. Ihr Hobby ist sexistisch, es muss sich ändern. Jetzt setzt euch doch mal damit auseinander, dass ihr so sexistisch seid!

Gamer: Jetzt reicht's, wir schreiben eure Werbekunden an, weil ihr ihre Kunden anfeindet10.

„Journalisten“: Nieder mit dem Kapitalismus! Wir brauchen dringend Hate-Speech Gesetze, damit die Nazis nicht … Also #GamerGate ist eine Hassgruppe11, denen man den Mund verbieten muss, weil sie gegen weiße, europäische Frauen sind [wie alle Nazis] und ihre Freizeit gerne im Internet verbringen, wo sie auf Englisch mit fremden Menschen aus aller Welt kommunizieren, während sie mit ihnen im virtuellen Wettstreit stehen [wie alle Nazis].

  1. Süddeutsche Zeitung vom 8.8.2015 Die Spiele Branche ist angeblich nicht reif. Zu viele Pillemänner.

  2. Es gibt einen internationalen Verband der Sozialwissenschaftler, die sich mit Computerspielen beschäftigen (DiGRA). Die Führung des Verbands wurde über die Jahre von feministisch-voreingenommenen Akademikern auf demokratischem Wege übernommen. Aus diesen Kreisen stammen die Anschuldigungen, Computerspiele seien sexistisch. Was ist der Beweis dafür? Überwiegend Männer interessieren sich für diese Spiele.

  3. Über ein Dutzend „Gamers Are Dead“ (Gamer sind tot) Artikel tauchten an einem einzigen Tag in vielen verschiedenen Online-Medien auf, die über sich der Spiele-Industrie nah sehen. Die Journalisten beschuldigten darin ihre Leserschaft, schlechte Menschen zu sein, weil sie sie kritisierten. Die Masse an Artikeln mit identischer Botschaft war einer der Auslöser für #GamerGate.

  4. Im Zuge von #GamerGate sind viele Verbindungen zwischen Journalisten und den Entwicklern, über die sie schreiben, ans Tageslicht gekommen. GamerGate-Unterstützer fordern die Offenlegung solcher Freundschaften, sowie finanziellen und anderen persönlichen Verstrickungen. Der Ethik Kodex des Journalismus sieht diese Offenlegung ebenso vor. In Deutschland die Ziffern 6,7, und 15 des Ethikkodex des Presserats.

  5. Aus den ZDF-Heute Online „Nachrichten“ ist zu entnehmen: „Computerspiele sind immer noch vorwiegend ein Metier für Männer.“ Scheinbar hält der öffentliche Rundfunk diese Tatsache für sehr relevant und heikel.

  6. Spiegel Online hat Besucher der Gamescom gefragt, was sie an Spielen stört. Die genannten Beispiele gehören dazu. Von Sexismus war nicht die Rede.

  7. Kotaku – Computerspiel-Seite des Boulevard-Blatt Gawker – schreibt selten über Computerspiele und häufig über Entwickler und Spieler.

  8. Die feministische Bloggerin Anita Sarkeesian hielt einen Vortrag vor Gleichgesinnten. Auf einer der Folien stand dabei das Mantra „Listen And Believe“ (Hört zu und glaubt es).

  9. Wikipedia erkennt die Artikel aus Gawker-Medien und anderen als Quelle an, die GamerGate kritisiert, nicht aber fundierte Artikel aus anderen Quellen.

  10. GamerGate-Unterstützer haben die Firmen angeschrieben, die auf Gawker Seiten Werbung schalten. Diese E-Mails haben Gawker viel Geld gekostet.

  11. Das Portal Netz gegen Nazis, das auch der Deutsche Fußballbund unterstützt, publiziert einen Artikel, in dem behauptet wird, GamerGate wäre eine organisierte Hassgruppe. Als eines der Charakteristiken einer solchen Gruppierung wird die Führung genannt. Es gibt aber niemanden, der GamerGate vorsteht und auch keine Zielsetzung, die im entferntesten als das Schüren von Hass durchgehen könnte.